Helfer im Beet

Fühlkasten für Kinder. Sinnenswahrnehmung

Leben im Boden – was passiert unter unserem Hochbeet?

Wenn wir auf ein Hochbeet schauen, sehen wir zunächst Erde, Pflanzen und vielleicht ein paar kleine Blätter. Doch unter der Oberfläche ist viel mehr los. Der Boden ist ein lebendiger Lebensraum, in dem ständig etwas passiert: Es wird gegraben, gefressen, zersetzt, umgewandelt und wieder neu aufgebaut. All diese Vorgänge sind wichtig dafür, dass Pflanzen wachsen und gesund bleiben können.

Genau diesen verborgenen Lebensraum wollten wir bei einem unserer Treffen mit den Beet Buddies genauer unter die Lupe nehmen. Unser Ziel war es, den Kindern zu zeigen, dass gute Erde nicht einfach nur „Dreck“ ist, sondern ein wichtiger Bestandteil eines funktionierenden Gartens.

Was braucht guter Boden?

Zu Beginn beschäftigten wir uns damit, wie sich Boden anfühlt und welche Eigenschaften er haben sollte, damit Pflanzen darin gut wachsen können. Dabei ging es vor allem um die Frage, wie Luft und Wasser in den Boden gelangen und bis zu den Pflanzenwurzeln kommen.

Die Kinder konnten selbst ausprobieren, ob Luft durch die Erde gelangen kann. Mit Strohhalmen wurde getestet, wie sich unterschiedlich lockerer Boden verhält. So konnten die Kinder unmittelbar erfahren, warum es wichtig ist, dass die Erde nicht zu fest und verdichtet ist.

Eine wichtige Rolle übernehmen dabei auch die Regenwürmer. Mit ihren Gängen durchziehen sie den Boden und schaffen dabei kleine Hohlräume. Diese ermöglichen es, dass Luft und Wasser besser in tiefere Bodenschichten gelangen. Gleichzeitig helfen Regenwürmer dabei, organisches Material zu zersetzen und wieder in den natürlichen Kreislauf zurückzuführen.

Wer räumt im Boden auf?

Doch nicht nur Regenwürmer sind im Boden aktiv. Auch abgestorbene Pflanzenteile gehören zum natürlichen Kreislauf. Was für uns wie ein altes, trockenes Blatt oder ein abgestorbener Pflanzenteil aussieht, kann für viele Bodenlebewesen eine wichtige Nahrungsquelle sein.

Um den Kindern diesen Vorgang verständlich zu machen, verwendeten wir getrocknete Apfelscheiben. Die Kinder konnten ausprobieren, wie schwierig es ist, sich durch etwas Hartes zu bewegen. Anschließend überlegten wir gemeinsam, welche Aufgabe diese Arbeit im Hochbeet übernehmen könnte.

Denn genau hier beginnt die Arbeit vieler kleiner Bodenbewohner. Sie zersetzen abgestorbene Pflanzenteile und sorgen dafür, dass daraus wieder wertvolle Bestandteile für den Boden entstehen. Gleichzeitig wird Platz für neue Wurzeln geschaffen.

Einmal selbst Pflanze sein

Besonders anschaulich wurde es bei unserem Fühlkasten. Hier durften die Kinder selbst in die Rolle einer Pflanze schlüpfen. Mit den Händen konnten sie ertasten, wie sich der Boden anfühlt und überlegen, ob eine Pflanze sich darin wohlfühlen würde.

Ist die Erde locker genug, damit die Wurzeln wachsen können? Ist sie feucht? Gibt es genügend Platz? Oder fühlt sich der Boden fest und schwer an und müsste erst wieder aufgelockert werden?

Durch dieses spielerische Erleben konnten die Kinder eine Perspektive einnehmen, die ihnen im Alltag sonst nicht möglich ist. Eine Pflanze kann schließlich nicht einfach ihren Standort wechseln, wenn die Bedingungen nicht passen. Umso wichtiger ist es, dass wir verstehen, was Pflanzen brauchen und welche Rolle der Boden dabei spielt.

Gruppentreffen der Beet Buddies zum Workshop
Suche von Lebewesen im Becher, mit hilfe einer Taschenlampe

Natürlich durften auch die „Würmer“ nicht fehlen

Bei unserem Treffen wurden natürlich auch fleißig „Würmer“ gesucht und entdeckt. Zum Abschluss gab es sogar eine kleine Überraschung: Die gefundenen Würmer durften aufgegessen werden. Dabei handelte es sich selbstverständlich um Gummibärchen in Wurmform.

Solche spielerischen Elemente sind für unsere Kinder- und Jugendarbeit besonders wertvoll. Sie sorgen für Spaß und lockern die Wissensvermittlung auf. Gleichzeitig bleiben Erfahrungen, die mit einer kleinen Geschichte, Bewegung oder einer eigenen Handlung verbunden sind, oft viel besser in Erinnerung.

Die Botschaft hinter dem Treffen

Mit diesem Treffen wollten wir den Kindern vor allem eines vermitteln: Ein Hochbeet besteht nicht einfach nur aus Erde. Es ist ein lebendiger Lebensraum.

Unter unseren Füßen und unter den Pflanzen findet ein ständiger Kreislauf statt. Regenwürmer, Mikroorganismen und viele andere kleine Bodenlebewesen übernehmen wichtige Aufgaben. Sie lockern den Boden, zersetzen organisches Material und tragen dazu bei, dass Nährstoffe wieder für Pflanzen verfügbar werden.

Damit dieser Kreislauf funktioniert, braucht der Boden unsere Aufmerksamkeit. Wird er zu stark verdichtet oder nicht ausreichend gepflegt, kann er hart und luftarm werden. Dann haben es auch die Pflanzen schwerer, ihre Wurzeln auszubreiten und ausreichend Wasser und Nährstoffe aufzunehmen.

Für die Beet Buddies war dieses Treffen deshalb eine kleine Entdeckungsreise in eine Welt, die man normalerweise kaum wahrnimmt. Wir möchten den Kindern vermitteln, genau hinzuschauen und zu verstehen, was in unserem Garten passiert – auch dann, wenn es auf den ersten Blick ganz still und unscheinbar aussieht.

Denn ein gesunder Garten beginnt nicht erst bei der Pflanze. Er beginnt im Boden.

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